IT mieten oder besser selber betreiben?

Thomas Knüsel
Okt. 9, 2018

Für welche Unternehmen sich ein Managed-Service-Modell lohnt und worauf Kunden bei der Wahl ihrer Partner achten müssen, um zum Beispiel einen Vendor-Lock-in zu vermeiden, erfahren Sie im Interview mit Thomas Knüsel, COO von Cyberlink.

"Geschäftsprozesse müssen auf einer zentralen Plattform abgebildet und automatisiert werden können." (Thomas Knüsel, COO, Cyberlink)
Computerworld: Für wen lohnt sich das Outsourcing an einen Managed Service Provider?

Thomas Knüsel: Die Zusammenarbeit lohnt sich für jedes Unternehmen, das die Erbringung von ICT-Services nicht als eigene Kernkompetenz erachtet. Beispielsweise hat sich der CRM-Anbieter BSI Business Systems Integration bereits vor einigen Jahren für Managed Infrastructure Services von Cyberlink entschieden, da dessen Kernkompetenz in der Software-Entwicklung liegt. Cyberlink kümmert sich um die sichere und performante Vernetzung der internationalen Firmenstandorte und um den Betrieb der hochverfügbaren Cloud-Plattform als Basis für die SaaS-Angebote (Software as a Service).


CW: Auf welche Leistungen sollten Kunden bei der Wahl ihres Managed Service Providers besonders achten? Können Sie Beispiele nennen?

Knüsel: Er muss Flexibilität bieten: Ist der Service Provider fähig, auf Ihre Bedürfnisse einzugehen? Bezahlen Sie nur, was Sie brauchen und haben Sie direkten Zugang zu Technikern? Darüber hinaus muss der Anbieter transparent sein: Stellt er ein Kundenportal bereit, das die Leistungserbringung nachvollziehbar dokumentiert, Self-Services und die Prozessintegration mittels Web-Service-Schnittstellen ermöglicht? Wichtig ist auch Unabhängigkeit: Kann der gewählte Service Provider Leistungen verschiedener Infrastruktur-Anbieter kombinieren und Services aus einer Hand erbringen?


CW: Es gibt zahlreiche Managed Service Provider am Schweizer ICT-Markt. Worin unterscheidet sich Cyberlink von Mitbewerbern?

Knüsel: Wir konzentrieren uns auf Managed Infrastructure Services. Durch diesen Fokus erzielen wir Operational Excellence. Darunter verstehen wir, dass unsere Fachspezialisten für Sicherheit und Verfügbarkeit der Infrastruktur sorgen und vorausschauend handeln. Zusätzlich offerieren wir eine breite Palette an Services aus einer Hand. Oft ist ein sicheres Private Network die perfekte Ergänzung zur Private Cloud.


CW: Sie werten in Ihrem Beitrag Firmenkultur als entscheidenden Erfolgsfaktor. Wie zeigt sich das konkret in der alltäglichen Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern?

Knüsel: Wir leben eine offene sowie kundenorientierte Kultur. Jeder Mitarbeiter kennt die strategische Ausrichtung der Cyberlink und kann alltägliche Entscheidungen eigenverantwortlich fällen. Im Austausch mit den Kunden resultieren effektive und schnell umsetzbare Lösungen.


CW: Wie vermeiden Sie den Vendor-Lock-in Ihrer Kunden? Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?

Knüsel: Wir sehen uns als «Enabler» und nicht als «Locker». Unsere eigene Unabhängigkeit geben wir an Anwenderunternehmen weiter. Etwa, indem sie ihre eigenen IP-Adressen nutzen und diese bei einem Anbieterwechsel wieder mitnehmen. Beim Cloud Computing entscheidet der Kunde selbst, wo seine Workloads gerade laufen, also On-Premises, in einer Private oder in einer Public Cloud.


CW: Cyberlink hat seinen Fokus vom B2C- auf das B2B-Geschäft verlagert. Inwieweit ist die Botschaft am Markt inzwischen angekommen?

Knüsel: Durch unseren B2B-Fokus können wir uns zu 100 Prozent auf die Bedürfnisse von Geschäftskunden konzentrieren. Für diese bedeutet das massgeschneiderte Lösungen von hoher Qualität. Dies zahlt sich aus. Das fünfte Jahr in Folge wächst die Cyberlink im zweistelligen Prozentbereich, speziell im Cloud-Geschäft.


CW: In der Top 500 analysiert die Redaktion den heimischen Markt der ICT-Anbieter. Weshalb sollten die mit Cyberlink kooperieren?

Knüsel: Der Infrastrukturfokus macht uns attraktiv für Partner, die auf diesem aufbauend ihre eigenen Dienste anbieten wollen. Häufig eröffnen sich dadurch Chancen durch Synergieeffekte. Wir bieten eine der modernsten Cloud-Infrastrukturen der Schweiz und kombinieren diese, je nach Kundenbedürfnis, mit privaten Netzen, Co-Location Services oder Sicherheitslösungen, wie einer Web Application Firewall.


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