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30.Juni 2026

Tech News von Cyberlink

Das Fundament für die Zukunft: Wie Cyberlink sein Core-Netz auf den nächsten Level hebt.

Warum eine proaktive Investition in Infrastruktur nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Cyberlink hat sein Core-Netzwerk komplett modernisiert: Vier neue Cisco-Router ersetzen die alte Hardware. Das Resultat: zehnfache Leistung und eine Infrastruktur, die Cyberlink die nächsten Jahre zukunftssicher macht. Kein ehrgeiziges Ziel – sondern bewährte Strategie. Denn das Cyberlink-Engineering-Team plant nicht reaktiv, wenn der Markt bereits Druck macht. Das Team plant Jahre voraus. «Der Traffic verdoppelt sich alle zwei bis drei Jahre», erklärt Senior Network Engineer Kim Graf. «Wir müssen frühzeitig planen und unsere Infrastruktur den Anforderungen der Zukunft anpassen, bevor Engpässe entstehen.» Das ist nicht bloss technisch klug. Es ist ein Versprechen an Kunden: Premium-Infrastruktur bedeutet Stabilität durch Vorausschau.

Die Herausforderung: Traffic, der nicht stillsteht

Die Investitionsentscheidung für neue Cisco-Hardware basierte auf einer einfachen, aber zwingenden Erkenntnis: Die alte Hardware war am Limit. «Alle fünf bis sieben Jahre müssen wir unsere Infrastruktur erneuern», erklärt Kim. «Aber nicht um des Zyklus willen, sondern weil die Anforderungen wachsen.» Viele Kunden sehen ein starkes Wachstum des Traffics. Neue Kunden kommen hinzu. Grosse Kunden werden noch grösser. Durch das Onboarding von neuen Access Netzwerken erreicht Cyberlink neue Branchen sowie geografische Regionen. Die Rechnung geht nicht mehr auf.

Hinzu kam ein kritischer Punkt: Einzelne Hardware-Komponenten liefen auf ihr End-of-Support zu. «Wir hätten die Wartungsverträge erneuern müssen», sagt Kim. «Aber wenn einzelne Module in wenigen Jahren nicht mehr unterstützt werden, macht es keinen Sinn, die komplette Hardware noch fünf Jahre zu betreiben.» Der Entscheid fiel Anfang 2025: Kompletter Austausch statt modularen Ausbaus.

Patrick Widmer, Produktmanager bei Cyberlink, sieht noch einen weiteren kritischen Punkt: «Besonders hochskalierbare Cloud-Workloads, Inter-Datacenter-Verbindungen und hochperformante Enterprise-Connectivity verlangen immer höhere Bandbreiten. Mit der alten Hardware wäre unsere Produktentwicklung schnell an Grenzen gestossen.»

Zehnfach mehr Leistung – und noch nicht am Limit

Die neue Cisco-Hardware liefert eine beeindruckende Leistungssteigerung: Statt mehrmals 10 Gigabit zwischen unseren Core Routern, können nun mehrmals 100 Gigabit transportiert werden. Das ist ein Faktor 10 – sofort verfügbar. Aber auch das ist erst der Anfang.

«Was für uns entscheidend war», so Kim, «ist die Modularität der Hardware. Sie ist so konstruiert, dass wir auf 400 Gigabit upgraden können, ohne die Router komplett auszutauschen. Wir bauen einfach ein zusätzliches Modul ein – wie ein Lego-System. Das ist nicht bloss elegant, sondern spart uns in fünf, sechs Jahren erhebliche Kosten und Aufwand. Bei der alten Hardware hätten wir den kompletten Router ausbauen und durch teurere Modelle ersetzen müssen. Jetzt können wir flexibel aufrüsten, ohne die Infrastruktur von Grund auf neu aufzubauen.»

Patrick ergänzt einen praktischen Nebeneffekt: «Die neue Hardware ist nicht nur leistungsfähiger, sondern auch kompakter. Die alte ASR 9006 brauchte erheblich mehr Rackspace als die neue Lösung. Diesen Platz werden wir nutzen, um neue Services auszubauen. Unsere Cloud-Teams brauchen Rackspace für ihre Infrastruktur, wir im Netzwerk brauchen Platz für weitere Systeme. Diese Ressourcen sind in einem Datacenter immer knapp – mit der neuen, kompakteren Hardware gewinnen wir wertvollen Platz für zukünftige Investitionen.»

Das Upgrade eröffnet auch neue Möglichkeiten im Vertrieb: Services mit 10 Gigabit und höheren Bandbreiten können nun als Standard-Angebote vermarktet werden, ohne dass vorher detaillierte Kapazitätsprüfungen erforderlich sind. Früher musste das Engineering für jeden Kunden mit höheren Anforderungen überprüfen, ob im Core noch ausreichend Bandbreite verfügbar ist. War die Auslastung zu hoch, mussten Anfragen abgelehnt oder Services künstlich begrenzt werden. Künftig ändert sich die Dynamik: Das Sales- und Produktmanagement-Team kann sich vollständig auf die Kundenbedürfnisse und Geschäftspotenziale konzentrieren – die Infrastruktur bietet die nötige Kapazität, um diese Anforderungen zuverlässig zu erfüllen. Das ist nicht bloss technisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich: Schnellere Go-to-Market-Zeiten, höhere Kundenflexibilität, bessere Wettbewerbsfähigkeit.

Millimeterarbeit bei laufendem Betrieb

Ein Hardware-Austausch im Datencenter sieht von aussen simpel aus – ist aber eine hochkomplexe Operation. Das wird schnell klar, wenn man die Details betrachtet:

«Bevor die echte Engineering-Arbeit anfängt, ist bereits ein erheblicher Kraftakt erforderlich», sagt Kim. Die physische Installation ist dabei nur der Anfang.

Die eigentliche Herausforderung liegt in der Migration selbst. Diese läuft im Wartungsfenster – nachts und am Wochenende, wenn der Kundenimpact minimal ist. Wochen von Vorbereitungen gehen voraus. Dutzende von Changes müssen geplant und koordiniert werden. Zentral sind die sogenannten Test-Protokolle: akribische Dokumentationen, die vor der Migration festhalten, welche Services aktiv sind und welche Parameter als «normal» gelten.

«Diese Protokolle schreiben wir vor der Migration», erklärt Kim. «Dann nach der Migration arbeiten wir sie ganz minutiös ab – wie eine detaillierte Checkliste. Um 4 Uhr morgens, nach stundenlanger Arbeit, ist man dankbar für diese Struktur.»

Konkret bedeutet das: Die erste Migration dauerte sechs Stunden. Die folgenden drei jeweils vier bis fünf Stunden. Jeder Service wird getestet, ins neue Monitoring-System aufgenommen. Vorab überprüft das Team: Hat jeder Kunde Redundanz? Gibt es spezifische Risiken bei diesem Service?

Das Ergebnis spricht für sich: Alle vier Router laufen – und die neue Infrastruktur ist bereit für die kommende Dekade. «Das erfüllt mich mit Stolz», sagt Kim. «Ein Projekt dieser Komplexität, bei laufendem Betrieb, mit einem Team, das Monate vorausplant – das ist keine Selbstverständlichkeit.»

Schlankere Architektur, höhere Stabilität

Im Laufe des Projekts wurde die Neuzuordnung der Architektur vorgenommen. Historisch gewachsen gab es auf dem Core noch Kundenservices und Quality-of-Service-Konfigurationen, die dort nicht hingehören. Sie gehören auf die Distribution oder Access Layer – nicht auf das Herzstück der Infrastruktur.

«Das Core-Netz sollte wie eine Hauptstrasse sein», erklärt Kim. «Möglichst schlank, möglichst wenig Konfiguration, möglichst stabil. Kundenspezifische Konfigurationen gehören woanders hin.» Im Zuge der Migration wurden diese Services systematisch nach aussen migriert. Das macht das Core-Netz stabiler, performanter und wartungsfreundlicher.

Bewusst entschied sich das Team auch gegen Automatisierung bei der Core-Konfiguration. Das mag kontraintuitiv klingen – in der Industrie ist Automatisierung der grosse Trend. Aber Kim hat dafür eine klare Begründung: «Der Core braucht nach der initialen Einrichtung minimale Konfigurationsänderungen. Es macht keinen Sinn, eine Automatisierung für etwas einzubauen, das vielleicht zweimal im Jahr angepasst wird.» Automatisiert sind dagegen Monitoring, Telemetrie, Alarming und Kapazitätsmanagement – also alles, was regelmässig läuft.

Was das für Kunden bedeutet

Für die Kundenseite formuliert Patrick die Botschaft prägnant: «Mehr Kapazität, höhere Performance und langfristige Stabilität für geschäftskritische Anwendungen.»

Konkret heisst das: Services mit höheren Bandbreiten werden günstiger, weil die Core-Kapazität massiv gewachsen ist. Kunden mit volatilen Anforderungen können jetzt von Services wie «Burstable Internet Connect» profitieren – da bezahlen sie für ein Gigabit/s, können aber kurzfristig zehn Gigabit/s nutzen. Das war mit der alten Hardware unmöglich; der Core würde kollabieren, wenn viele Kunden gleichzeitig bursten würden.

Die Systeme bleiben weiterhin zuverlässig und leistungsfähig. Durch eine vorausschauende Planung der verfügbaren Ressourcen können Engpässe frühzeitig vermieden werden. Dadurch entsteht mehr Spielraum, bevor kritische Grenzen erreicht werden – auch wenn sich das für einzelne Kunden kaum spürbar verändert.

Bereit für die kommende Dekade

Mit allen vier Routern im Betrieb sind Kim und Patrick sich einig: Cyberlink ist jetzt für die nächsten Jahre optimal aufgestellt. «Wir erwarten, dass der Traffic kontinuierlich wächst», sagt Kim. «Ob das wegen KI ist, wegen Streaming-Services oder wegen Cloud – das ist schwer zu sagen. Aber die Kapazität ist nun so massiv grösser, dass wir da entspannt drauf schauen können.»

Patrick ergänzt: «An mehreren Standorten haben wir gerade erst begonnen, physisch präsent zu sein. Die Nachfrage ist gross. Das bedeutet, wir werden auch horizontal wachsen – mehrere Cores an verschiedenen Standorten. Mit der modularen Architektur der neuen Hardware können wir flexibel reagieren.»

Das Projekt zeigt vor allem eines: Cyberlink denkt nicht in Wartungszyklen, sondern in Vorlaufzeiten. Kapazität wird aufgebaut, bevor sie gebraucht wird – nicht, wenn der Engpass schon da ist. Für Cyberlink ist das mehr als eine technische Entscheidung, es ist Teil des Selbstverständnisses: Premium-Infrastruktur bedeutet Stabilität durch Vorausschau. Etwas, das Kunden in der Regel gar nicht bewusst wahrnehmen – aber sofort spüren würden, wenn es fehlte.